Cannabisregulierung Schweiz: Kontrolle statt Schwarzmarkt?

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Cannabisregulierung Schweiz: Was IG Hanf, BAG und Pilotversuche zeigen und warum Herba di Berna auf Kontrolle statt Schwarzmarkt setzt.

Ein aktueller Beitrag der NZZ am Sonntag hat die Diskussion über die Cannabisregulierung in der Schweiz erneut angeheizt. Besonders zugespitzte Formulierungen wie «Der Staat wird zum Dealer» sorgen für Aufmerksamkeit. Bei einem gesellschaftspolitisch komplexen Thema braucht es aus unserer Sicht jedoch vor allem Differenzierung, Fakten und einen pragmatischen Blick auf die Realität.

Auch der IG Hanf hat auf den NZZ-Beitrag vom 2. August 2026 reagiert. Ihr zentraler Punkt: Cannabis ist nicht harmlos. Die entscheidende Frage ist aber, ob ein streng regulierter Markt Risiken besser kontrollieren kann als der bestehende Schwarzmarkt.

Die Kernpunkte der IG Hanf

Die IG Hanf stellt in ihrer Stellungnahme nicht die Risiken von Cannabis infrage. Vielmehr fordert sie, diese Risiken mit den Bedingungen des heutigen Schwarzmarktes zu vergleichen.

Dabei stehen insbesondere drei Punkte im Mittelpunkt:

  • Cannabiskonsum ist Realität: Ein Verbot bedeutet nicht, dass kein Cannabis konsumiert wird. Entscheidend ist deshalb, unter welchen Bedingungen dieser Konsum stattfindet.
  • Jugend- und Gesundheitsschutz: Der Schwarzmarkt kennt keine verlässliche Alterskontrolle, keine verbindliche Deklaration der Wirkstoffgehalte und keine systematische Prüfung auf Verunreinigungen.
  • Kontrolle statt Konsumförderung: Ziel einer Regulierung sollte nicht sein, mehr Cannabis zu verkaufen, sondern einen bestehenden Markt kontrollierbarer zu machen und gesundheitliche Risiken zu reduzieren.

Diese Grundhaltung teilen wir bei Herba di Berna.

Unsere Haltung: Cannabisregulierung Schweiz bedeutet Verantwortung

Wie unser CEO Phil betont, greift die Vorstellung, der Staat werde durch eine Cannabisregulierung selbst zum «Dealer», aus unserer Sicht zu kurz. Die Schweiz übernimmt bereits heute Verantwortung für einen kontrollierten Umgang mit psychoaktiven Substanzen.

Ein Beispiel dafür ist die streng reglementierte diacetylmorphingestützte Behandlung für Menschen mit schwerer Opioidabhängigkeit. Sie wurde 1994 erstmals im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie durchgeführt und ist heute gesetzlich geregelt.

Die Apotheken leisten im Rahmen ihrer Möglichkeiten grundsätzlich gute und wichtige Arbeit. Sie verfügen über fundiertes pharmazeutisches Wissen und können insbesondere bei medizinischen Fragen, möglichen Wechselwirkungen und gesundheitlichen Risiken einen wertvollen Beitrag leisten.

Bereits heute zeigt sich jedoch, dass die fachgerechte Beratung zu Cannabis nicht allein durch eine pharmazeutische Ausbildung gewährleistet ist. Das spezifische Wissen über Cannabis, seine verschiedenen Produkte und die unterschiedlichen Konsumformen wird teilweise noch unzureichend vermittelt. Teilnehmende der Schweizer Pilotversuche berichten grundsätzlich positiv über den legalen und kontrollierten Zugang, beurteilen die Beratung jedoch teilweise kritisch.

Häufig fehlt es an vertieftem Praxiswissen, entsprechend geschultem Personal und einer differenzierten Beratung zu Produkten, Dosierung, Wirkung, Risiken und Konsumformen. Zudem sind wichtige Zubehörartikel für risikoärmere Konsumformen wie beispielsweise geeignete Vaporizer oftmals nicht im Sortiment verfügbar.

Hinzu kommt der fehlende kulturelle Bezug zur Pflanze. Cannabis ist für viele Menschen nicht nur ein Arzneimittel oder ein Rauschmittel, sondern Teil einer Kultur und persönlichen Lebensweise. Dazu gehören Wissen über Sorten, Anbau, Qualität, Aromen, Konsumformen und einen verantwortungsvollen Umgang. Dieser Bezug lässt sich nicht allein durch eine medizinische oder pharmazeutische Betrachtung vermitteln.

Eine sinnvolle Regulierung sollte sich deshalb nicht darauf beschränken, Cannabis über Apotheken abzugeben. Apotheken können einen wichtigen Teil der Versorgung übernehmen. Gleichzeitig braucht es spezialisierte Cannabisfachgeschäfte mit qualifiziertem Personal, fundiertem Praxiswissen und einem echten Bezug zur Cannabiskultur. Beide Modelle können sich sinnvoll ergänzen, sofern verbindliche Qualitätsstandards, Beratungsstandards und Schulungsstandards gelten.

Wer sich ausführlicher mit dem politischen Weg der Schweiz beschäftigen möchte, findet dazu unseren Beitrag Cannabis Legalisierung Schweiz 2026 mehr Informationen.

Die Cannabisregulierung Schweiz: nicht verharmlosen, aber verhältnismässig diskutieren

Eine Regulierung darf nicht bedeuten, Cannabis zu verharmlosen. Besonders ein früher und regelmässiger Konsum sowie hochpotente Produkte mit viel THC können gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Prävention und Jugendschutz müssen deshalb zentrale Bestandteile einer möglichen Regulierung bleiben und die Lösungsansätze dazu intensiver diskutiert werden.

Gleichzeitig sollte Cannabis nicht völlig losgelöst von anderen psychoaktiven Substanzen betrachtet werden. Ein Blick auf den Alkohol zeigt dies deutlich: Laut aktuellen Zahlen des Bundesamtes für Gesundheit verursacht problematischer Alkoholkonsum in der Schweiz jährlich gesellschaftliche Kosten von rund 2,8 Milliarden Franken. Davon entgehen der Schweizer Volkswirtschaft 2,1 Milliarden Franken an Produktivität, da dem Arbeitsmarkt durch Krankheiten und Todesfälle wichtige Ressourcen verloren gehen. Weitere 215 Millionen Franken entfallen auf Kosten in der Strafverfolgung durch Polizei und Justiz. Auch die Zahl der alkoholbedingten Todesfälle bleibt gemäss den umfassenden Referenzstudien des Bundes mit jährlich rund 1500 bis 1600 betroffenen Personen im Alter zwischen 15 und 74 Jahren alarmierend hoch.

Diese enormen Kosten und gesundheitlichen Folgen für die gesamte Gesellschaft werden im Alltag oftmals einfach akzeptiert. Damit wollen wir Alkohol und Cannabis nicht gegeneinander ausspielen. Es zeigt vielmehr, warum Risiken sachlich und nach vergleichbaren Massstäben diskutiert werden sollten.

Wir sprechen uns deshalb für eine streng regulierte Cannabisabgabe und eine Altersgrenze von 21 Jahren aus. Ein legaler Markt sollte aus unserer Sicht nicht darauf ausgerichtet sein, möglichst starke Produkte zu verkaufen, sondern auf Prävention, Transparenz und einen bewussteren Umgang.

Wer Gras kauft, sollte wissen, was er kauft, und nicht hoffen müssen. Wir gehen ja auch nicht in eine Bar, bestellen ein alkoholisches Getränk und hoffen, dass es ein Glas Bier statt Wodka ist.

Was zeigen die Schweizer Cannabis-Pilotversuche?

Besonders interessant sind in diesem Zusammenhang die aktuellen Ergebnisse der Schweizer Pilotversuche.

Das Bundesamt für Gesundheit hat gemeinsam mit der Universität Lausanne und der Fachhochschule Nordwestschweiz Daten aus sieben Pilotversuchen mit rund 10’500 Teilnehmenden ausgewertet.

Das Ergebnis ist bemerkenswert: Trotz des einfacheren legalen Zugangs stieg der Cannabiskonsum bei den Teilnehmenden nicht an. Gleichzeitig stellt das BAG Tendenzen zu risikoärmeren Konsumformen fest. Gezielte Beratung kann demnach beispielsweise die Wahl von Produkten mit niedrigerem THC-Gehalt oder alternativen Konsumformen unterstützen.

Wichtig ist dabei die richtige Einordnung: An diesen Studien nehmen Menschen teil, die bereits Cannabis konsumieren. Die Ergebnisse können deshalb nicht einfach auf die gesamte Schweizer Bevölkerung übertragen werden.

Sie liefern aber erste konkrete Schweizer Erfahrungen dazu, was passiert, wenn Cannabis nicht auf dem Schwarzmarkt, sondern innerhalb eines kontrollierten Systems angeboten wird.

Aktuell führt das BAG acht bewilligte Pilotversuche auf, darunter CanLeg im Kanton St. Gallen sowie Projekte in Zürich, Lausanne, Genf, Basel, Bern und weiteren Regionen. Die bisherige übergreifende Auswertung basiert dagegen noch auf sieben Versuchen.

Warum Fachgeschäfte für die Cannabisregulierung Schweiz eine Rolle spielen können

Genau an diesem Punkt sehen wir auch die Bedeutung spezialisierter Fachgeschäfte. Bei unseren CBD Blüten erleben wir täglich, wie wichtig transparente Produktinformationen und persönliche Beratung sind. Herkunft, Qualität und Inhaltsstoffe sollten für die Kundschaft nachvollziehbar sein.

Diese Transparenz beginnt bereits bei der Produktion. Wer sich dafür interessiert, findet in unserem Blog über CBD Anbau weitere Informationen über die Pflanze und ihre Herstellung.

Auch unterschiedliche Konsumformen und das passende CBD Zubehör sind Teil einer sachlichen Beratung. Längst nicht alle konsumierenden Personen rauchen. Viele entscheiden sich für das Dampfen mit einem Vaporizer oder bevorzugen eine Ölvariante. Genau hier stossen Apotheken oftmals an ihre Grenzen. Wir stellen bereits heute fest, dass die fachliche Ausbildung dort nicht zwingend eine saubere Schulung zu unterschiedlichen Konsumformen beinhaltet. Die Teilnehmenden aus den aktuellen Pilotversuchen berichten zwar sehr positiv über den legalen Zugang, bewerten die Beratung jedoch oftmals eher negativ. Es fehlt häufig das tiefe Wissen in der Materie, es fehlt an geschultem Personal und essenzielle Zubehörartikel sind im Sortiment schlichtweg nicht vorhanden.

Der Schwarzmarkt kann solche beratenden Strukturen ohnehin nicht verlässlich bieten. Welche zusätzlichen Risiken dort entstehen können, haben wir bereits ausführlicher in unserem Beitrag zum Cannabis Schwarzmarkt beschrieben.

Das Fazit unseres CEO

«Die Alternative zu einer Regulierung ist nicht eine Schweiz ohne Cannabis. Die Alternative ist der heutige Schwarzmarkt, ohne verlässliche Alterskontrollen, ohne verbindliche Deklaration, ohne Qualitätskontrolle und ohne Beratung. Über diese beiden real existierenden Modelle sollten wir diskutieren. Nicht darüber, ob Cannabis harmlos ist, denn das ist es nicht. Genau deshalb sprechen wir uns für eine strenge Regulierung und eine Altersgrenze von 21 Jahren aus.»

Phil, CEO Herba di Berna

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum fordert die IG Hanf eine regulierte Cannabis-Abgabe?

Die IG Hanf setzt sich für einen kontrollierten Markt ein, um den Jugend- und Gesundheitsschutz nachhaltig zu gewährleisten. Ein regulierter Verkauf ermöglicht transparente Qualitätskontrollen und drängt den illegalen Schwarzmarkt effektiv zurück.

Wie positioniert sich Herba di Berna zur Cannabis-Legalisierung?

Wir befürworten eine strenge staatliche Regulierung des Marktes, die zwingend an eine klare Altersgrenze ab 21 Jahren geknüpft ist. Zudem setzen wir auf umfassende Prävention, ehrliche Aufklärung und eine sachliche Beratung im Fachgeschäft.

Welche Erkenntnisse bringen die Pilotversuche für Cannabisregulierung Schweiz

Diese wissenschaftlichen Studien liefern essenzielle Daten zum Konsumverhalten unter legalen und kontrollierten Bedingungen. Erste Auswertungen des BAG deuten darauf hin, dass Konsumierende durch fachkundige Beratung oft risikoärmere Produkte und Konsumformen bevorzugen.

Quellenangaben

IG Hanf Schweiz, 4. August 2026: Die geplante Schweizer Cannabisregulierung setzt auf Kontrolle statt Konsumförderung
Stellungnahme der IG Hanf Schweiz

Bundesamt für Gesundheit BAG: Übersicht über die bewilligten Pilotversuche mit Cannabis
BAG: Aktuelle Übersicht der Pilotversuche

Bundesamt für Gesundheit BAG: Cannabiskonsum: Zahlen und Fakten
BAG: Zahlen und Fakten zu Cannabis in der Schweiz

NZZ am Sonntag, 2. August 2026: Cannabis-Legalisierung: Das weiss man über die Gefahren
Originalbeitrag der NZZ

Bundesamt für Gesundheit BAG: Ergebnisse aus den Pilotversuchen mit Cannabis
BAG: Ergebnisse der Cannabis-Pilotversuche

Bundesamt für Gesundheit BAG: Diacetylmorphingestützte Behandlung in der Schweiz
BAG: Hintergrund zur heroingestützten Behandlung

Bundesamt für Gesundheit BAG: Alkoholkonsum in der Schweiz: Zahlen und Fakten
https://www.bag.admin.ch/de/alkoholkonsum-in-der-schweiz-zahlen-und-fakten