Was ist CBN? Wirkung, Schlaf und aktuelle Studien

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CBN Cannabinol mit Cannabisblatt und Mond als Illustration zur Wirkung und Schlafforschung

Was ist CBN und welche Wirkung hat Cannabinol? Während CBD und THC bekannt sind, rückt ein weiterer Bestandteil der Hanfpflanze zunehmend in den Mittelpunkt der Forschung. Besonders im Zusammenhang mit Schlaf und nächtlicher Erholung sorgt das weniger bekannte Cannabinoid für Interesse. Doch kann Cannabinol tatsächlich müde machen oder beim Schlafen helfen?

Bereits 2024 veröffentlichte die Universität Sydney eine viel beachtete Untersuchung zum Schlafverhalten von Ratten. Inzwischen liegen auch kontrollierte Studien am Menschen vor, darunter neue Forschungsergebnisse aus dem Jahr 2026. Wir erklären, wie der Pflanzenstoff entsteht, was ihn von CBD unterscheidet und welche Wirkungen wissenschaftlich untersucht wurden.

Was ist Cannabinol und wie entsteht es?

Grafik zur Entstehung von Cannabinol aus THC durch Licht, Sauerstoff, Wärme und Zeit

CBN steht für Cannabinol, ein natürlich vorkommendes Cannabinoid der Hanfpflanze. Anders als viele andere Pflanzenstoffe entsteht ein grosser Teil davon durch chemische Veränderungen von Tetrahydrocannabinol (THC).

Wenn Cannabis über längere Zeit Licht, Sauerstoff oder Wärme ausgesetzt ist, können Oxidations- und Abbauprozesse zur Bildung von Cannabinol beitragen. Deshalb enthalten ältere Cannabisblüten unter bestimmten Lagerbedingungen teilweise höhere Konzentrationen dieses Cannabinoids als frisches Pflanzenmaterial.

Wie viel davon tatsächlich entsteht, hängt allerdings von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören die ursprüngliche Zusammensetzung der Pflanze, die Verarbeitung und die Lagerbedingungen.

Ein höherer Cannabinolgehalt bedeutet jedoch nicht automatisch, dass ein Cannabisprodukt stärker beruhigt oder schläfrig macht. Solche Zusammenhänge müssen unabhängig von der chemischen Zusammensetzung wissenschaftlich untersucht werden.

Wie wirkt der Pflanzenstoff im Körper?

Die CBN Wirkung wird unter anderem im Zusammenhang mit dem körpereigenen Endocannabinoid-System (ECS) erforscht. Dieses biologische Netzwerk besteht aus Rezeptoren, Botenstoffen und Enzymen. Es ist an verschiedenen Regulationsprozessen beteiligt, darunter Schlaf, Stressverarbeitung und Schmerzwahrnehmung.

Besonders bekannt sind die Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2. Während CB1-Rezeptoren hauptsächlich im Nervensystem vorkommen, spielen CB2-Rezeptoren unter anderem bei Prozessen des Immunsystems eine Rolle.

Cannabinol kann mit diesen Rezeptoren interagieren. Allerdings aktiviert es CB1-Rezeptoren deutlich schwächer als THC. Deshalb unterscheidet sich seine pharmakologische Wirkung von der typischen berauschenden Wirkung des Tetrahydrocannabinols.

Welche Rolle spielt 11-Hydroxy-CBN?

Eine australische Untersuchung aus dem Jahr 2024 lieferte interessante Hinweise auf die Bedeutung eines Stoffwechselprodukts namens 11-Hydroxy-CBN (11-OH-CBN).

Dieser Metabolit entsteht bei der Verarbeitung von Cannabinol im Körper. In Laborversuchen zeigte er eine wesentlich stärkere Aktivität an CB1-Rezeptoren als der ursprüngliche Pflanzenstoff. Zudem beeinflusste er im Tierexperiment bestimmte Schlafparameter.

Die Ergebnisse liefern damit einen möglichen Erklärungsansatz für die beobachteten Effekte. Ob dieser Mechanismus beim Menschen eine vergleichbare Bedeutung hat, ist bisher jedoch nicht ausreichend geklärt.

CBN und Schlaf: Was sagt die Wissenschaft?

Lange wurde vermutet, dass älteres Cannabis aufgrund seines Cannabinolgehalts müde macht. Wissenschaftliche Belege für diese Annahme waren jedoch begrenzt.

Inzwischen liefern mehrere Untersuchungen neue Erkenntnisse. Besonders relevant sind eine australische Tierstudie und zwei kontrollierte Humanstudien, die unterschiedliche Aspekte der Schlafqualität untersuchten.

Rattenstudie 2024: Veränderungen der Schlafphasen

Im November 2024 veröffentlichte ein Forschungsteam um Jonathon Arnold von der Universität Sydney eine Untersuchung in der Fachzeitschrift Neuropsychopharmacology.

Mithilfe der Polysomnographie analysierten die Wissenschaftler, wie Cannabinol den Schlaf von Ratten beeinflusst. Dabei untersuchten sie insbesondere den NREM-Schlaf, der unter anderem den Tiefschlaf umfasst, sowie den REM-Schlaf, in dem häufig intensive Träume auftreten.

Die Ergebnisse zeigten, dass nach der Verabreichung des Pflanzenstoffs sowohl die REM- als auch die NREM-Schlafdauer zunahmen. Allerdings trat dieser Effekt verzögert auf. Zunächst beobachteten die Forschenden teilweise sogar eine Verringerung des Schlafs.

Bei einzelnen Messwerten erreichte die Wirkung eine ähnliche Grössenordnung wie beim Schlafmittel Zolpidem. Dieser Vergleich gilt jedoch ausschliesslich für das Tierexperiment und ausgewählte Schlafparameter.

Die Studie zeigt somit Veränderungen der Schlafarchitektur bei Ratten, aber keinen klinischen Wirksamkeitsnachweis beim Menschen.

Schlafende Laborratte als Illustration zur CBN-Tierstudie 2024 mit REM- und NREM-Schlafphasen

Humanstudie 2024: Weniger nächtliches Erwachen?

Eine randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studie von Bonn-Miller und Kollegen untersuchte Cannabinol allein sowie in Kombination mit CBD.

Für die Auswertung standen Daten von 293 Erwachsenen zur Verfügung. Die Teilnehmenden hatten ihre Schlafqualität zuvor als schlecht oder sehr schlecht eingeschätzt und verwendeten die untersuchten Präparate über sieben aufeinanderfolgende Nächte.

Bei der Gruppe mit reinem CBN stellten die Forschenden im Vergleich zu Placebo weniger nächtliche Aufwachereignisse und geringere allgemeine Schlafstörungen fest.

Allerdings erreichte die Verbesserung des wichtigsten Studienendpunkts, der Schlafqualität, keine statistische Signifikanz. Auch bei der Einschlafdauer und der Wachzeit nach dem Einschlafen zeigten sich keine signifikanten Unterschiede.

Bemerkenswert war ausserdem, dass die zusätzliche Kombination mit CBD die beobachteten Effekte nicht verstärkte.

Die Studie liefert deshalb Hinweise auf mögliche Vorteile bei einzelnen Schlafparametern, bestätigt jedoch keine allgemein zuverlässige Schlafwirkung.

Klinische Studie 2026: Neue Ergebnisse bei Insomnie

Schlaflabor-Szene mit schlafender Frau als Illustration zur CBN-Humanstudie 2026 bei Insomnie

Im Februar 2026 veröffentlichten Lavender und Kollegen eine weitere Untersuchung im Journal of Sleep Research.

An der randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Crossover-Studie nahmen 20 Erwachsene mit diagnostizierter Insomnie teil. Die Wissenschaftler verglichen die kurzfristigen Effekte von zwei Cannabinoldosierungen mit einem Placebo.

Der wichtigste Messwert war die Wachzeit nach dem Einschlafen. Hier zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den untersuchten Bedingungen.

Bei der höheren Dosierung beobachteten die Forschenden jedoch Verbesserungen einzelner weiterer Schlafparameter. Dazu gehörten eine kürzere Einschlafdauer, Veränderungen eines NREM-Schlafstadiums und eine bessere subjektiv bewertete Schlafqualität.

Allerdings war die Untersuchung klein und beschränkte sich auf die kurzfristige Wirkung einzelner Verabreichungen. Zudem wurden unerwünschte Ereignisse erfasst. Die untersuchten Mengen sind daher keine allgemeine Dosierungsempfehlung.

Was bedeutet das? Die klinischen Ergebnisse sind wissenschaftlich interessant, reichen aber noch nicht aus, um Cannabinol als bewährtes Mittel gegen Schlafstörungen zu empfehlen.

CBN vs. CBD: Wo liegen die Unterschiede?

Obwohl Cannabinol und Cannabidiol aus derselben Pflanze stammen, unterscheiden sie sich in ihrer Entstehung, ihren pharmakologischen Eigenschaften und ihrem bisherigen Forschungsstand.

CBD (Cannabidiol) ist eines der bekanntesten Cannabinoide und wurde bereits in zahlreichen klinischen Untersuchungen erforscht. Dazu gehören Studien zu neurologischen Erkrankungen, Stress und Schlaf.

Cannabinol entsteht dagegen überwiegend durch chemische Veränderungen von THC. Seine möglichen Auswirkungen auf Schlaf und Nervensystem werden erst seit vergleichsweise kurzer Zeit intensiver untersucht.

Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2025 wertete sechs randomisierte Studien mit insgesamt 1’077 Teilnehmenden aus. Während verschiedene Cannabinoidpräparate insgesamt Hinweise auf eine Verbesserung der subjektiven Schlafqualität zeigten, ergab sich für reine CBD-Präparate kein statistisch signifikanter Nutzen.

Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, dass CBN grundsätzlich besser wirkt als CBD. Für einen zuverlässigen direkten Vergleich fehlen weiterhin ausreichend grosse klinische Untersuchungen.

Weitere Hintergründe zur Rolle von Cannabidiol bei Schlafphasen und nächtlichem Traumerleben findest du in unserem Beitrag CBD und Träumen.

Welche Bedeutung hat Cannabinol für Schweizer Hanfprodukte?

Die Cannabispflanze enthält zahlreiche unterschiedliche Cannabinoide. Neben THC und CBD gehören beispielsweise auch CBG, CBC und Cannabinol dazu. Ihre Konzentrationen unterscheiden sich je nach Genetik, Verarbeitung und Lagerung.

Wer sich mit der Zusammensetzung von Hanf beschäftigt, sollte deshalb nicht nur auf den CBD-Gehalt achten. Auch die übrigen Pflanzenbestandteile und nachvollziehbare Laboranalysen sind für die Beurteilung eines Produkts interessant.

Wenn du CBD in der Schweiz online kaufen möchtest, lohnt sich ein genauer Blick auf die Produktinformationen. Im CBD Onlineshop aus der Schweiz von Herba di Berna findest du beispielsweise Schweizer CBD-Blüten mit unterschiedlichen Cannabinoid- und Terpenprofilen. Ob und in welcher Menge Cannabinol enthalten ist, lässt sich anhand entsprechender Laboranalysen beurteilen.

Die Ergebnisse medizinischer Studien mit isoliertem Cannabinol dürfen dabei nicht automatisch auf frei erhältliche Hanfprodukte übertragen werden. Entscheidend sind die tatsächlichen Inhaltsstoffe und der vorgesehene Verwendungszweck.

Wenn dich weitere weniger bekannte Cannabinoide interessieren, erklärt unser Artikel Was ist CBG?, welche Rolle Cannabigerol in der Hanfpflanze spielt und wie es sich von CBD unterscheidet.

Fazit: Was zeigt die bisherige Forschung?

Cannabinol gehört zu den weniger bekannten Cannabinoiden der Hanfpflanze. Inzwischen liefern Tierexperimente und erste klinische Untersuchungen interessante Erkenntnisse über mögliche Auswirkungen auf den Schlaf.

Allerdings zeigen die Humanstudien ein differenziertes Bild. Einzelne Schlafparameter verbesserten sich, während wichtige primäre Studienendpunkte keine statistisch signifikanten Ergebnisse erreichten.

CBN bleibt deshalb ein interessantes Forschungsgebiet, ist aber bisher kein klinisch ausreichend belegtes Schlafmittel. Auch eine zuverlässige muskelentspannende Wirkung wurde beim Menschen bislang nicht nachgewiesen.

Bei Herba di Berna verfolgen wir die Forschung zu Cannabinoiden aufmerksam. Unser Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich einzuordnen und zwischen gesichertem Wissen und offenen Forschungsfragen zu unterscheiden.

Häufige Fragen zu CBN und Cannabinol (FAQ)

Was ist CBN einfach erklärt?

CBN steht für Cannabinol und ist ein natürlich vorkommendes Cannabinoid der Hanfpflanze. Es entsteht überwiegend durch chemische Veränderungen von THC. Besonders bekannt wurde CBN durch Untersuchungen zu möglichen Auswirkungen auf den Schlaf.

Hilft CBN beim Einschlafen und Durchschlafen?

Kleinere klinische Studien zeigen Hinweise auf Verbesserungen einzelner Schlafparameter, darunter die Einschlafdauer und nächtliches Erwachen. Allerdings wurden die wichtigsten Studienendpunkte nicht durchgehend statistisch signifikant verbessert. Weitere Untersuchungen sind deshalb notwendig.

Ist CBN berauschend wie THC?

CBN aktiviert CB1-Rezeptoren wesentlich schwächer als THC und ist deshalb nicht mit dessen typischer berauschender Wirkung gleichzusetzen. Dennoch sollte Cannabinol nicht pauschal als vollständig wirkungsfrei oder risikolos beschrieben werden. Seine Eigenschaften beim Menschen sind noch nicht umfassend untersucht.

Welche Wirkung hat CBN?

CBN interagiert unter anderem mit Cannabinoid-Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems. Studien zeigen mögliche Auswirkungen auf bestimmte Schlafparameter. Eine zuverlässige medizinische Wirksamkeit bei Schlafstörungen oder anderen Beschwerden ist bisher jedoch nicht ausreichend nachgewiesen.

Was ist der Unterschied zwischen CBN und CBD?

CBD ist ein vergleichsweise intensiv erforschtes Cannabinoid, das in bestimmten Hanfsorten in grösseren Mengen vorkommt. CBN entsteht dagegen vor allem durch Veränderungen von THC. Beide Stoffe unterscheiden sich in ihren pharmakologischen Eigenschaften und ihrem bisherigen Forschungsstand.

Ist CBN ein natürliches Schlafmittel?

CBN wird im Zusammenhang mit Schlaf erforscht. Bisher fehlen jedoch ausreichend grosse und langfristige klinische Studien, die eine zuverlässige Wirksamkeit und Sicherheit bei Schlafstörungen bestätigen. Deshalb kann Cannabinol derzeit nicht als bewährtes Schlafmittel empfohlen werden.

Quellen und weiterführende Informationen

  • Arnold, J. C. et al. (2025, online 2024): A sleepy cannabis constituent: cannabinol and its active metabolite influence sleep architecture in rats. Neuropsychopharmacology. Weitere Informationen
  • Bonn-Miller, M. O. et al. (2024): A double-blind, randomized, placebo-controlled study of the safety and effects of CBN with and without CBD on sleep quality. Experimental and Clinical Psychopharmacology. Weitere Informationen
  • Lavender, I. G. et al. (2026): Cannabinol for Acute Treatment of Insomnia Disorder in a Randomized Placebo-Controlled Crossover Trial. Journal of Sleep Research. Weitere Informationen
  • Santos da Silva, G. H. et al. (2025): Effectiveness of cannabinoids on subjective sleep quality in people with and without insomnia or poor sleep: A systematic review and meta-analysis of randomised studies. Sleep Medicine Reviews. Weitere Informationen
  • Bundesamt für Gesundheit BAG: Gesetzgebung Hanf- und Cannabisprodukte. Weitere Informationen
  • Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV: Cannabis, Hanfextrakte und Cannabinoide als Lebensmittel. Weitere Informationen