Was ist CBG? Cannabigerol, Wirkung und der Unterschied zu CBD

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Was ist CBG? Nahaufnahme einer Hanfblüte mit CBG-Schriftzug und illustrierter Molekülstruktur von Cannabigerol.

Was ist CBG eigentlich genau und warum wird immer öfter danach gefragt, welche Eigenschaften hat Cannabigerol und worin genau liegt der Unterschied zu CBD? Wer sich mit der Hanfpflanze beschäftigt, stösst neben den Hauptakteuren THC und CBD immer häufiger auf diese Fragen. Ob im Gespräch über moderne Pflanzenzüchtung oder in neuen wissenschaftlichen Publikationen, das Interesse an diesem besonderen Pflanzenstoff wächst stetig. Wir blicken auf die Biochemie der Pflanze, ordnen die neuesten klinischen Studien am Menschen (Stand 2026) ein und klären, warum in der Forschung oft von der «Mutter aller Cannabinoide» gesprochen wird.

Cannabigerolsäure (CBGA): Die wahre «Mutter der Cannabinoide»

Unterschied zwischen CBG und CBD: Kombiniertes Vollspektrum Hanföl

Wer die Frage «Was ist CBG» biologisch beantworten möchte, muss ganz an den Anfang des Pflanzenwachstums blicken. Die Abkürzung CBG steht für Cannabigerol, ein natürliches Phytocannabinoid der Hanfpflanze (Cannabis sativa L.).

Wenn in der Literatur oft umgangssprachlich von der «Mutter aller Cannabinoide» die Rede ist, meint die Wissenschaft damit streng genommen nicht das Cannabinoid CBG selbst, sondern dessen saure Vorstufe: die Cannabigerolsäure (CBGA). In der jungen Cannabispflanze entsteht CBGA als erstes zentrales Cannabinoid. Sobald die Pflanze reift, wandeln spezielle Enzyme diese Säure in andere Verbindungen um, vor allem in:

  • THCA (Tetrahydrocannabinolsäure)
  • CBDA (Cannabidiolsäure)
  • CBCA (Cannabichromensäure)

Ohne die Vorstufe CBGA gäbe es in der Pflanze also weder CBD noch THC. Erst durch Trocknung oder Erhitzen (Decarboxylierung) spaltet sich ein Kohlendioxid-Molekül ab. Aus den verbliebenen, nicht umgewandelten CBGA-Resten entsteht so das neutrale CBG. Da reife Pflanzen das meiste CBGA bereits umgewandelt haben, liegt der natürliche CBG-Gehalt meist bei unter einem Prozent, weshalb für höhere Konzentrationen auf spezielle Züchtungen zurückgegriffen wird.

Ist Cannabigerol berauschend?

Eine der häufigsten Fragen rund um Cannabigerol betrifft eine mögliche Rauschwirkung. Die klare Antwort lautet: Nein, CBG ist nicht berauschend.

Genau wie Cannabidiol (CBD) zählt CBG zu den nicht-psychoaktiven (nicht-intoxikierenden) Inhaltsstoffen der Hanfpflanze. Es löst kein «High» aus und beeinträchtigt nach aktuellem Kenntnisstand nicht die geistige Klarheit im Alltag.

Wie wirkt CBG? Präklinische Erkenntnisse zu den Rezeptoren

Um zu verstehen, wie Cannabigerol potenziell im Organismus arbeitet, untersucht die Wissenschaft die Interaktion mit dem Endocannabinoid-System (ECS) und anderen Rezeptoren. Wichtig zur Einordnung: Die folgenden Wirkmechanismen stammen derzeit fast ausschliesslich aus der präklinischen Grundlagenforschung (In-vitro-Zellkulturen und Tiermodelle) und lassen sich nicht zwingend 1:1 auf den Menschen übertragen:

  • CB1- und CB2-Rezeptoren: In Labormodellen dockt CBG als schwacher Teilagonist an die Rezeptoren des zentralen Nerven- und Immunsystems an, ohne eine berauschende Kaskade auszulösen.
  • Alpha-2-Adrenorezeptoren ($\alpha_2$): Präklinische Daten (z. B. Mendiguren et al., 2023) zeigen, dass CBG diese Rezeptoren modulieren kann. Im Körper fungieren sie theoretisch wie eine Bremse für das sympathische Nervensystem, was das Forschungsinteresse bezüglich Stressreaktionen weckt.
  • 5-HT1A-Rezeptor und TRP-Kanäle: In Zellversuchen interagiert Cannabigerol zudem mit Serotonin-Rezeptoren und beeinflusst TRP-Ionenkanäle, die an der Weiterleitung von Temperatur- und Schmerzreizen beteiligt sind.

Studienlage 2024–2026: Erste klinische Humanstudien

Lange Zeit basierte das Wissen über die CBG Wirkung nur auf der oben genannten Präklinik. In den Jahren 2024 und 2026 hat die Wissenschaft jedoch wichtige erste Schritte mit klinischen Studien am Menschen gemacht.

Pilotstudie zu Stress und Gedächtnis (2024)

Im Jahr 2024 veröffentlichte ein Team der Washington State University eine erste kleine, placebokontrollierte Pilotstudie mit 34 gesunden Erwachsenen. Nach der Einnahme von 20 mg CBG berichteten die Teilnehmenden in einem standardisierten Stresstest über eine signifikante Verringerung von subjektiven Angst- und Stressgefühlen. Zudem wurden keine kognitiven Einbussen festgestellt, beim verbalen Gedächtnistest schnitt die CBG-Gruppe sogar leicht besser ab als die Placebo-Gruppe. Aufgrund der sehr kleinen Stichprobe müssen diese Ergebnisse jedoch als vorläufig betrachtet werden.

Phase-1-Studie zur Sicherheit und Verträglichkeit (2026)

Einen weiteren Meilenstein lieferte eine doppelblinde Phase-1-Studie der Johns Hopkins University 2026. Hier erhielten 12 gesunde Erwachsene Einmaldosen von 25 bis 200 mg CBG. Die Studie bestätigte primär die Sicherheit: Das Cannabigerol wurde gut vertragen, verursachte keinen Rausch und beeinträchtigte das Denkvermögen nicht. Auffällig war die hohe individuelle Variabilität, wie schnell und in welcher Menge der Stoff vom Körper ins Blut aufgenommen wurde.

Präklinische Forschung: Potenzial und doch ohne Heilversprechen

Neben den Humanstudien läuft die Forschung in Zell- und Tiermodellen auf Hochtouren. Untersucht werden unter anderem Effekte auf das Tumor-Mikromilieu, neuroprotektive Eigenschaften (Schutz von Nervenzellen) und das antibakterielle Potenzial gegen multiresistente Keime wie MRSA. Auch bei entzündlichen Darmerkrankungen zeigte CBG in Mausmodellen antioxidative Effekte.

Wichtige Einordnung: Es muss strikt betont werden, dass diese Ergebnisse aus dem Labor stammen. Frei verkäufliche Hanfprodukte mit CBD oder CBG sind keine Arzneimittel, enthalten keine Heilversprechen und dürfen eine ärztliche Therapie bei Erkrankungen niemals ersetzen.

CBG vs. CBD und die Hypothese des Entourage-Effekts

«Was ist besser, CBD oder CBG? Diese Frage lässt sich wissenschaftlich nicht pauschal beantworten, da beide Stoffe unterschiedliche Schwerpunkte in der Forschung aufweisen.

Während CBD in der Literatur häufig auf seine potenziell schlaffördernden und körperlich entspannenden Eigenschaften untersucht wird, fokussiert sich die Forschung bei CBG stärker auf die Modulation von Stressrezeptoren.

Oft wird in der Cannabis-Forschung der sogenannte Entourage-Effekt diskutiert. Diese postuliert, dass verschiedene Cannabinoide und Terpene in Kombination potenziell synergistischer wirken als ein einzelner, isolierter Stoff. Viele Anwenderinnen und Anwender greifen daher gerne auf kombinierte Vollspektrum-Extrakte zurück, um das pflanzliche Spektrum möglichst breit abzudecken.

Unterschied zwischen CBG und CBD: Kombiniertes Vollspektrum Hanföl

Schweizer Rechtslage, Sicherheit und Wechselwirkungen

Wie ist CBG in der Schweiz rechtlich eingestuft? Grundsätzlich gilt: Hanfprodukte, deren Gesamt-THC-Gehalt unter dem gesetzlichen Grenzwert von 1,0 Prozent liegt, unterstehen in der Schweiz nicht dem Betäubungsmittelgesetz.

Das bedeutet jedoch nicht, dass jedes Produkt beliebig verkauft oder konsumiert werden darf. Je nach Deklaration fallen CBG- und CBD-Produkte unter strenge Vorschriften des Lebensmittelrechts (z. B. Novel-Food-Verordnung), des Kosmetikrechts oder des Chemikalienrechts.

Hinweis zu Wechselwirkungen: Präklinische Hinweise deuten darauf hin, dass Cannabinoide wie CBD und CBG bestimmte Leberenzyme beeinflussen können, die für den Abbau vieler Medikamente zuständig sind. Wer regelmässig verschreibungspflichtige Medikamente einnimmt, sollte die Nutzung von Hanfprodukten daher zwingend vorab ärztlich abklären.

Fazit & Entdecke die pflanzliche Vielfalt

Cannabigerol ist zunehmend in den Fokus der Forschung gerückt. Die klinische Forschung am Menschen befindet sich jedoch noch in einem frühen Stadium. Ergebnisse zu isoliertem CBG lassen sich zudem nicht automatisch auf handelsübliche Hanfprodukte übertragen.

Wenn du die Vielfalt der Hanfpflanze entdecken möchtest, findest du in unserem CBD Onlineshop für die Schweiz unterschiedliche Produktarten und Zusammensetzungen. Achte bei deiner Auswahl auf die ausgewiesenen Inhaltsstoffe, verfügbare Laboranalysen und den vorgesehenen Verwendungszweck.

Unsere Schweizer CBD-Blüten bieten unterschiedliche Cannabinoid- und Terpenprofile. In der Kategorie CBD-Öle kannst du verschiedene Konzentrationen und Extrakte vergleichen. Ob ein Produkt CBG enthält und in welcher Menge, solltest du anhand der jeweiligen Produktinformationen und Laboranalysen prüfen.

Häufige Fragen zu Cannabigerol (FAQ)

Was ist CBG und für was steht der Begriff?

Die Frage «Was ist CBG» lässt sich einfach erklären: CBG ist die wissenschaftliche Abkürzung für Cannabigerol, ein natürliches Phytocannabinoid aus der Hanfpflanze (Cannabis sativa L.). Da aus seiner sauren Vorstufe (CBGA) während des Pflanzenwachstums andere bekannte Verbindungen wie CBD und THC gebildet werden, gilt CBG in der Forschung als die «Mutter aller Cannabinoide».

Warum wirkt CBG nicht berauschend?

Im Gegensatz zu THC dockt CBG nicht auf eine Weise an die Rezeptoren im Gehirn an, die eine psychoaktive Kaskade auslöst. Es verursacht daher keinen Rausch oder ein «High»-Gefühl und beeinträchtigt die geistige Leistungsfähigkeit im Alltag nicht.

Unter welchen Voraussetzungen ist CBG in der Schweiz legal?

Gemäss den Vorgaben des Bundesamts für Gesundheit (BAG) fällt CBG nicht unter das Betäubungsmittelgesetz. Die angebotenen Hanfprodukte sind in der Schweiz legal erhältlich, solange sie den gesetzlichen Grenzwert von weniger als 1,0 Prozent THC strikt einhalten.

Was bewirkt CBG im menschlichen Körper?

CBG interagiert im Körper direkt mit den CB1- und CB2-Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems sowie mit speziellen Alpha-2-Adrenorezeptoren im Nervensystem. Eine erste klinische Studie der Washington State University (2024) zeigte, dass CBG beim Menschen akuten Stress und innere Unruhe signifikant reduzieren kann. Präklinische Studien untersuchen zudem entzündungshemmende Eigenschaften.

Was ist besser, CBD oder CBG?

Ob CBD oder CBG besser geeignet ist, hängt vom individuellen Bedürfnis ab, da beide Cannabinoide leicht unterschiedliche Rezeptoren im Körper ansprechen. In der Praxis hat sich vor allem die Kombination beider Stoffe in einem kombinierten Öl bewährt. Sie unterstützen sich über den sogenannten Entourage-Effekt gegenseitig in ihren ausgleichenden Eigenschaften.

Quellenangaben

  • Wolinsky, D. et al. (2026): Safety, pharmacodynamics, and pharmacokinetics of oral cannabigerol. Studie ansehen
    Cuttler, C. et al. (2024): Acute effects of cannabigerol on anxiety, stress, and mood: Mehr erfahren
  • Mendiguren, A. et al. (2023): Cannabigerol modulates α2-adrenoceptor and 5-HT1A receptor-mediated .Weiter lesen
  • Nachnani, R. et al. (2021): The Pharmacological Case for Cannabigerol. Zur Studie
  • Borrelli, F. et al. (2013): Forschung zu CBG bei experimentell entzündlichen Darmerkrankungen. Studie ansehen
  • Farha, M. A. et al. (2020): Uncovering the hidden antibiotic potential of Cannabis. Mehr erfahren
  • Bundesamt für Gesundheit BAG: Geltende Rechtslage von Hanf- und Cannabisprodukten. Weitere Informationen