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NEWS

WHO-Neubewertung von Cannabis


Die wohl erfreulichste Nachricht ist, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den medizinischen Nutzen von Cannabis und Cannabinoiden akzeptiert hat.

In einem Schreiben an den Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, vom 24. Januar informierte der Generaldirektor der WHO, Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, die UNO über vorgeschlagene Änderungen der internationalen Drogenkonventionen. Diese Vorschläge folgten den Sitzungen des WHO-Expertenausschusses für Drogenabhängigkeit (ECDD) im Juni und November 2018 und hätten ursprünglich bereits im Dezember 2018 veröffentlich werden sollen.

Die WHO erkennt das therapeutische Potenzial von Cannabis und Cannabinoiden an und ändert ihre Position von 1954, wonach "Anstrengungen unternommen werden müssen, um Cannabis von jeder legitimen medizinischen Praxis auszuschließen."

Das Expertenkomitee für Drogenabhängigkeit (Expert Committee on Drug Dependence – ECDD) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) tagte vom 12. bis 16. November 2018 in Genf. Auf dieser 41. Sitzung wurde vornehmlich über den Schaden, den der Konsum von Cannabis anrichten kann wie auch den Nutzen, den Cannabis als Medikament für die Patienten haben kann, diskutiert. Grundlage der Diskussion war der Bericht der 40. Sitzung des selben Expertenkomitees. Die 40. Sitzung fand vom 4. bis 7. Juni in Genf statt, wobei dort die Aspekte der verschiedenen Cannabinoide ausführlich diskutiert wurden.

Auf der 41. Sitzung des Expertenkomitees wurden Empfehlungen für eine Neubewertung von Cannabis ausgearbeitet, die in dem Anhang 1 zum protokolarischen Bericht der Sitzung zusammengefasst sind. Darin werden Umstufungen von Cannabis in verschiedenen Tabellen des Einheitsabkommens über die Betäubungsmittel (Single Convention on Narcotic Drugs) von 1961 empfohlen sowie die Entfernung von delta-9-Tetrahydrocanabinol (THC) aus der Konvention über psychotrope Substanzen von 1971.

 

Kurz zusammengefasst:

  • Das Expertenkomitee empfiehlt Cannabis und Cannabisharz aus der Tabelle IV des Einheitsabkommens über die Betäubungsmittel von 1961 zu streichen.

  • Das Expertenkomitee empfiehlt Dronabinol und seine Stereoisomere (delta-9-Tetrahydrocannabinol) in Anhang I des Einheitsabkommens über die Betäubungsmittel von 1961 einzugliedern.

  • Das Expertenkomitee empfiehlt Tetrahydrocannabinol (bezogen auf die sechs in Tabelle I des Übereinkommens von 1971 aufgelisteten Isomere von THC) in Tabelle I des Einheitsabkommens über die Betäubungsmittel von 1961 einzugliedern, sofern die Empfehlung zur Eingliederung von Dronabinol in diese Tabelle I angenommen wurde.

  • Das Expertenkomitee empfiehlt Extrakte und Tinkturen von Cannabis aus der Tabelle I des Übereinkommens über Betäubungsmittel von 1961 zu streichen.

Das Expertenkomitee empfiehlt der Tabelle I des Übereinkommens über Betäubungsmittel von 1961 eine Fußnote mit dem folgenden Text hinzuzufügen: „Zubereitungen mit überwiegend Cannabidiol und nicht mehr als 0,2 Prozent delta-9-Tetrahydrocannabinol fallen nicht unter die internationale Kontrolle.“

Der Vorsitzende des Berufsverbands der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland (BVSD), Joachim Nadstawek, würde eine Neuklassifizierung befürworten: „Die Empfehlungen der WHO folgen konsequenterweise dem medizinischen Wissensstand, den wir seit den 1960er-Jahren über den Einsatz von Cannabis als Medizin erlangt haben.“ Es sei daher richtig, dass die Expertenkommission der WHO in ihrem Review 2018 die Wirksamkeit von medizi­nischem Cannabis gerade im Bereich der Therapie chronischer Schmerzen anerkenne, sagt er dem DÄ.

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