Richtige Dosierung von CBD-Ölen

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Um bei der Verwendung von CBD-Ölen die gewünschte Wirkung zu erzielen, müssen diese von Person zu Person unterschiedlich dosiert werden. Alle reagieren unterschiedlich auf die Wirkstoffe und Faktoren wie z.B. das Körpergewicht beeinflussen die Wirkung grundlegend. Es führt also kein Weg daran vorbei, die perfekte Dosierung für den persönlichen Gebrauch selbst zu ermitteln. Das endocannabinoide System des Körpers braucht eine gewisse Zeit bis die Rezeptoren (re)aktiviert werden. Demensprechend empfiehlt es sich, langsam zu starten und mit einer tiefen Dosis zu beginnen. Es hat sich bewährt, den Organismus an die Cannabinoide zu gewöhnen.

In einem ersten Schritt muss die Frage, wofür das Öl überhaupt eingenommen wird, beantwortet werden. Davon hängt ab, ob grundsätzlich ein tiefe, mittlere oder hohe Dosierung gesucht ist. Richtwerte für die verschiedenen Verwendungszwecke sind in der untenstehenden Tabelle zu finden. Diese Richtwerte entsprechen unseren Erfahrungswerten, die wir gerne mit euch teilen wollen. Wir dürfen aber keine konkreten Dosierungsempfehlungen abgeben.
Als Richtwert für eine tiefe Dosierung gilt 1 Milligramm CBD pro 4,5 Kilogramm Körpergewicht. Eine mittlere Stärke entspricht 3 mg und eine hohe 6 mg pro 4,5 kg Körpergewicht. Diese Zahlen beziehen sich auf die Menge an CBD, nicht die Menge von Öl. Dazu später mehr.

Behandeltes LeidenDosierung
Verbesserung der allgemeinen GesundheitTief
ÜbelkeitTief bis Mittel
PMSTief bis Mittel
ArthroseMittel
ArthritisMittel
Chronische SchmerzenMittel bis Hoch
SchlafstörungenMittel bis Hoch
AngstzuständeMittel bis Hoch
GichtHoch
EpilepsieHoch bis pharmazeutische Qualität
KrebserkrankungenHoch bis pharmazeutische Qualität
MigräneTief bis Hoch
Stärke der Dosierung für verschiedene Verwendungszwecke.
Tiefe Dosierung entspricht 1 mg pro 4,5 kg Körpergewicht, mittlere 3 mg und hohe 6 mg.

Um nun aus dieser Angabe zur gewünschten Stärke eine konkrete Dosierung zu ermitteln, muss eine einfache Rechnung durchgeführt werden. Das Körpergewicht (kg) wird durch 4,5 geteilt. Diese Zahl wird dann mit der gewünschten Stärke (mg/kg) multipliziert, um so eine Angabe zur Dosis in Milligramm CBD zu erhalten.

Dosierungs-Beispiel
Beispiel für eine mittlere Dosis bei einem Körpergewicht von 60 kg.

Um euch etwas Rechnerei zu ersparen, haben wir diese Rechnungen für einige Körpergewichte bereits abgenommen. Die Resultate findet ihr – aufgeschlüsselt nach tiefer, mittlerer und hoher Dosierung – in dieser Tabelle:

KörpergewichtTiefe DosierungMittlere DosierungHohe Dosierung
55 kg12.2 mg36.7 mg73.3 mg
60 kg13.3 mg40 mg80 mg
65 kg14.4 mg43.3 mg86.7 mg
70 kg15.6 mg46.7 mg93.3 mg
75 kg16.7 mg50 mg100 mg
80 kg17.8 mg53.3 mg106.7 mg
85 kg18.9 mg56.7 mg113.3 mg
90 kg20 mg60 mg120 mg
95 kg21.1 mg63.3 mg126.7 mg
100 kg22.2 mg66.7 mg133.3 mg

Mit dieser Zahl im Gepäck kommen wir zum zweiten Teil: Wieviel Öl braucht es nun, um die errechnete CBD-Dosis einzunehmen? Um das herauszufinden, muss die Stärke/Konzentration vom verwendeten Öl bekannt sein. Oft ist der CBD-Gehalt der ganzen Flasche angegeben. Diese Zahl muss nun auf den Gehalt pro Milliliter oder pro Tropfen heruntergerechnet werden. Dazu einfach (wirklich einfach 😉) den CBD-Gehalt (in mg) durch die Anzahl Milliliter oder Tropfen der ganzen Flasche teilen. Das Resultat gibt dann die Stärke des einzelnen Milliliters oder Tropfens an. Ein kleines Rechenbeispiel mit einem Öl aus unserem Sortiment:

Ein 10% CBD-Öl aus unserem Shop enthält 1000 Milligramm CBD. Eine Flasche beinhaltet etwa 220 Tropfen oder 10 ml Öl. Mit diesen Angaben kann der CBD-Gehalt pro Tropfen (links) oder pro Milliliter (rechts) errechnet werden.

Wenn wir nun also 40 Milligramm CBD wollen (siehe Bsp. oben), bleibt uns nur noch herauszufinden, wie viele Tropfen Öl gefragt sind. Die Dosis (z.B. 40 mg) geteilt durch die Konzentration (z.B. 4.55 mg pro Tropfen) ergibt die Anzahl benötigter Tropfen. Im gewählten Beispiel wären es 40 [mg] / 4.55 [mg/Tropfen] = 8.8 Tropfen. Die selbe Rechnung kann auch mit der Konzentration in Milligramm pro Milliliter durchgeführt werden. Dies ergibt dann die gewünschte Menge Öl in Millilitern. (Im Beispiel: 40 [mg] / 100 [mg/ml] = 0.4 ml)

Für die Öle aus unserem Angebot haben wir euch auch diese Rechnung bereits abgenommen. In dieser Tabelle findet ihr die Ergebnisse:

ProduktCBD-Gehalt
(pro Milliliter)
CBD-Gehalt
(pro Tropfen)
Fullspectrum Bio CBD-Hanföl 5% CBD50 mg2.27 mg
Fullspectrum Bio CBD-Hanföl 10% CBD100 mg4.55 mg
Fullspectrum Bio CBD-Hanföl 25% CBD250 mg11.36 mg
Fullspectrum Bio CBD-Hanföl 30% CBD300 mg13.64 mg
Fullspectrum Bio CBD-Hanföl ohne THC 6% CBD60 mg2.73 mg
Fullspectrum Bio CBD-Hanföl ohne THC 18% CBD180 mg8.18 mg
Fullspectrum Bio CBD-Hanföl ohne THC 24% CBD240 mg10.91 mg

Mit dieser Rechnerei haben wir nun einen ersten Richtwert zur Verfügung. Dieser muss aber in der Regel noch angepasst werden, um die perfekte Wirkung zu erzielen. Es sollte grunsätzlich mit einer eher tiefen Dosis gestartet werden. Vor der erneuten Einnahme ist nun eine kleine Auswertung angesagt: War die Dosis stark genug, so dass eine Wirkung eingetreten ist? Fiel die Wirkung zu stark aus und unerwünschte Nebenwirkungen (z.B. eine erhöhte Müdigkeit) traten auf? Mit der Beantwortung dieser Fragen und entsprechenden Anpassungen ist die perfekte Dosierung bald gefunden.
An dieser Stelle gilt es zu beachten, dass die Dosierung auch vom gewählten Öl abhängt. Da neben CBD weitere Wirkstoffe enthalten sind und sich die Menge dieser von Öl zu Öl unterscheidet, wirken alle Öle unterschiedlich.

Quelle:
Leitfaden zur Dosierung von CBD-Ölen von dailycbd.com

Verein «Legalize It!»: Rechtsberatung für Konsumierende

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Der Verein «Legalize It!» setzt sich seit rund 30 Jahren für die Legalisierung von THC ein. Um dieses Ziel zu erreichen beobachtet und beurteilt der Verein die Entwicklungen der Schweizer Hanfpolitik ständig. Die Resultate dieser politischen Arbeit werden auf der Website hanflegal.ch und im alle 3 Monate erscheinenden Magazin «Legalize It!» geteilt. Zumindest bis eine Legalisierung von THC erreicht wurde, engagiert sich der Verein auch im Bereich der rechtlichen Unterstützung. So bietet «Legalize It!» mit der Broschüre «Shit Happens» eine sehr umfassende Informationsquelle zur rechtlichen Situation und zu den möglichen Konsequenzen eines Strafverfahrens. «Shit Happens» wird regelmässig aktualisiert, um immer auf dem neuesten Stand zu sein. Diesen Herbst wurde die 14. Ausgabe der Rechtshilfebroschüre veröffentlicht.

Ein Beispiel für die Inhalte von «Shit Happens» ist das A3-Poster «Übersicht über die Repression». Diese Übersicht zeigt auf, wie die vielfältigen Wege durch die Institutionen der Strafverfolgung ablaufen kann. Ausgehend von verschiedenen Auslösern und abhängig vom individuellen Verhalten werden die üblichen Abläufe erklärt. In kürzester Form wird die rechtliche Situation und die empfohlene Reaktion dargestellt. Es wird erklärt, wie im Falle einer Anschuldigung von Seiten der Polizei – egal ob wahr oder falsch – reagiert werden sollte. Welche Dinge müssen gesagt werden? Wie kann dafür gesorgt werden, dass keine Kolleg*innen in die Geschichte reingezogen werden? Auf Fragen dieser Art bietet die «Übersicht über die Repression» Antworten.

Als Mitglied des Vereins «Legalize It!» wird die Herba di Berna in Zukunft über die wichtigsten Punkte zur rechtlichen Situation schreiben. Lest also die Blogbeiträge und teilt sie mit euren Freund:innen. Wem das alles zu lange geht, wird ein Blick in die Ressourcen des Vereins sehr empfohlen. Die Broschüren und Übersichten sind frei zugänglich. Mitglieder erhalten das Magazin und können alle 1-2 Monate an den organisierten Mitgliedertreffen teilnehmen. Weiter bietet «Legalize It!» auf Anfrage auch eine individuelle Rechtsberatung, die optimal auf die persönliche Situation abgestimmt werden kann. Shit happens – holt euch also unbedingt Hilfe!

Ressourcen des Vereins «Legalize It!»:
– Website: https://hanflegal.ch
– «Übersicht über die Repression«
– «Shit Happens«
Magazin «Legalize It!»
Individuelle Rechtshilfe

Kommt nun die Legalisierung von THC?

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In den letzten Wochen hat sich im Bereich der Cannabis-Legalisierung einiges getan. Eine Legalisierung scheint plötzlich ziemlich viel greifbarer – sowohl in der Schweiz, als auch in Deutschland. Was ist da gerade passiert, und was bedeutet das nun?

In der Schweiz nahm die Cannabis-Politik in der Gesundheitskommission des Ständerates (SGK-S) einen grossen Schritt nach vorne. Nach der Gesundheitskommission des Nationalrates diese die «Parlamentarische Initiative Siegenthaler» angenommen. Die Initiative verlangt eine Neuregulierung von Anbau, Produktion, Handel und Konsum von THC-haltigem Cannabis. Was die Initiative genauer fordert, kann im letzten Blogbeitrag über die PI Siegenthaler nachgelesen werden.
Auch wenn die Initiative nun eine entscheidende Hürde mit Bravour gemeistert hat (9 Ja- zu 2 Nein-Stimmen), wird THC-haltiges Cannabis nicht von heute auf morgen legal. In einem nächsten Schritt hat die Gesundheitskommission des Nationalrates 2 Jahre Zeit, einen Gesetzesentwurf auszuarbeiten. Auch der Bundesrat wird wohl noch eine Stellungnahme zur Initiative verabschieden. Ist der Gesetzesentwurf erst einmal ausgearbeitet, muss er noch durchs Parlament. Weiter muss vielleicht, falls gegen die Vorlage ein Referendum ergriffen wird, auch noch das Volk über die Legalisierung abstimmen. Es ist zwar sehr schön, zu sehen, dass sich etwas bewegt. Bis daraus jedoch auch wirklich eine sinnvolle Gesetzgebung entsteht, ist von den Unterstützer*innen einer Legalisierung noch eine Menge Geduld und Engagement gefragt.

In Deutschland verläuft der politische Prozess zwar völlig anders, hat jedoch auf die Arbeit von Verbänden wie dem Deutschen Hanfverband eine ähnliche Bedeutung wie in der Schweiz, da auch dort selbst im besten Fall noch einige Jahre oder zumindest viele Monate vergehen werden, bis etwas konkretes entsteht. Auslöser für die neusten Diskussionen und Medienbeiträge zu einer möglichen Legalisierung von THC waren in Deutschland die Koalitionsverhandlungen. Bei Gesprächen zur Regierungsfindung fand sich mit der Legalisierung anscheinend ein Thema, über welches zwischen den Grünen und der FDP eine weitgehende Einigkeit herrscht. Da auch die SPD nicht grundsätzlich gegen eine Legalisierung sein dürfte, liegt eine Neuregelung plötzlich im Rahmen des Möglichen.
Was diese Entwicklungen nun genauer bedeuten, hat der Deutsche Hanfverband (DHV) in einem Video sehr gut dargelegt. Die Folge 311 der DHV-News behandelt die neuen Möglichkeiten, nimmt den Medienhype zum Thema genauer unter die Lupe und stellt sich der Frage, was denn nun eine mögliche Legalisierung für einen Einfluss auf die Arbeit vom Hanfverband hat. Da sich viele dieser Fragen auch in der Schweiz stellen werden, beispielsweise für Vereine wie «Legalize It!» oder die «IG Hanf», lohnt sich ein Blick in den Beitrag.

Es gibt also Grund zum feiern – doch der Weg ist noch weit. Die Legalisierung ist noch lange keine beschlossene Sache, die genauen Details sind noch völlig unklar und auch nach einer Legalisierung gäbe es beispielsweise im Feld des Konsumentenschutzes noch viel zu tun.

Quellen:
Pressemitteilung des «Cannabis-Consensus Schweiz»
– Watson-Artikel: «Parlamentskommissionen wollen Cannabis legalisieren»
DHV-News #311 vom Deutschen Hanfverband

Studie zu CBD-Konsumgewohnheiten

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Anfangs September wurde eine neue Studie zu den CBD-Konsumgewohnheiten in der Schweiz veröffentlicht. Ziel der Umfrage war es, die Konsument:innenstruktur und die Bedürfnisse der Konsumierenden Schweizer:innen besser zu erfassen. Veranlasst wurde die Studie von uWeed in Zusammenarbeit mit der IG Hanf, dem Branchenverband der Schweizer Cannabis-Unternehmen. Für die Studie wurden Ende 2020 während rund einem Monat 3000 Antworten aus verschiedenen Sprachregionen gesammelt, wobei für die Auswertung diejenigen der 1170 aktiven Schweizer Konsument:innen berücksichtigt wurde. Im folgenden die wichtigsten Ergebnisse der Studie zusammengefasst:

Der durchschnittliche Cannabiskonsument ist ein Mann mit hohem Bildungsniveau. Rund zwei Drittel der Studienteilnehmenden sind Männer und 41% der Teilnehmenden haben einen höheren Bildungsabschluss. Somit liegt der Bildungsstand klar über dem schweizerischen Durchschnitt von 31%. Auch im Bezug auf ihren Kentnisstand über CBD besitzen die Studienteilnehmer:innen in der Regel zumindest ein grundlegendes Verständnis. Etwa die Hälfte schreibt sich sogar gute Kentnisse oder gar eine Expertise im Gebiet zu. Dieses Wissen stammt meist aus diversen Onlinesuchen, aus dem persönlichen Umfeld oder von CBD-Markenseiten und Fachblogs.

Gründe für den Konsum von Cannabis werden viele genannt. So lässt der Wunsch nach Entspannung (50%) und einem besseren Schlaf (46%) am meisten Menschen zu CBD-Produkten greifen. Daneben wird mit dem Cannabiskonsum auch versucht, Schmerzen zu lindern (26%) oder einer psychischen Belastung entgegenzuwirken (14%). Dies auch wenn es derzeit noch keine umfassenden wissenschaftlichen Daten gibt zur medizinischen Wirkung von Cannabis als Arzneimittel gibt. Zumindest in der persönlichen Einschätzung haben aber die individuellen CBD-Konsumgewohnheiten eine «starke» ode «sehr starke» Wirkung auf die befragten Konsument:innen.

Ein weiterer Grund für den Konsum von CBD ist die Entwöhnung von anderen Substanzen, beispielsweise Tabak, Alkohol und Cannabis. Generell konsumiert ein grosser Teil der Befragten (52%) ausschliesslich Cannabis. 35% konsumieren zusätzlich regelmässig Tabakprodukte, was ziemlich genau dem gesamtgesellschaftlichen Anteil entspricht, und nur ein Viertel gibt an, auch manchmal Cannabis mit mehr als 1% THC zu konsumieren.

Der CBD-Markt in der Schweiz scheint sich weiterhin im Wachstum zu befinden. So verwendet etwa ein Drittel der Befragten CBD seit weniger als einem halben Jahr und weniger als 20% haben den Konsum eingestellt. Die Mehrheit der Nutzer:innen konsumiert einmal täglich ein CBD-Produkt. Trotzdem geben nur etwa 20% der Nutzer*innen mehr als 100 Franken pro Monat für CBD aus, und lediglich 5% haben Ausgaben von über 250 Franken. Konsumiert werden diverse Proudkte, wobei aber Blüten und Öle mit Abstand am meisten konsumiert werden.

Für uns als produzierendes Unternehmen sind diese Studien sehr aufschlussreich. Die bessere Datenlage zu den CBD-Konsumgewohnheiten ermöglicht uns, präziser auf die Bedürfnisse der Konsument:innen einzugehen. Insbesondere auf das Bedürfnis nach einer Sicherstellung der Prdouktqualität möchten wir möglichst bald eingehen. Wir arbeiten daran, unsere Produkte möglichst bald mit dem Qualitätslabel «Swiss Certified Cannabis» ausstatten können.

Quellen:
– Medienmitteilung der IG Hanf
– Blogbeitrag von uWeed
– Kompletter Studienbericht

Bevölkerungsbefragung zur Regulierung von Cannabis

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Anfangs Juli 2021 veröffentlichte das BAG an einem Mediengespräch die Resultate einer Bevölkerungsbefragung zum Thema Cannabis. Ziel der von Sotomo durchgeführten Umfrage war es, die Haltung der Stimmbevölkerung zum Zeitpunkt des Startes der Pilotversuche zu kennen. Stösst der eingeschlagene Weg auf Anklang? Wäre eine allfällige Legalisierung von Cannabis mehrheitsfähig? Was für Massnahmen müssten solch eine Legalisierung begleiten? Auf Fragen dieser Art wollte der Bund eine repräsentative Antwort aus der Bevölkerung.

Die Resultate der Bevölkerungsbefragung waren durchaus aufsehenerregend. In den letzten Jahren scheint sich die Haltung der Bevölkerung grundlegend verändert zu haben. So wird der eingeschlagene Weg von einer klaren Mehrheit unterstützt, da eine Neuregelung der Cannabis-Gesetzgebung von einer klaren Mehrheit als wichtig oder sehr wichtig empfunden wird. Auch die Pilotversuche geniessen eine breite Akzeptanz, insbesondere in den Städten und in den Pilotgemeinden.

Am deutlichsten zeigt sich aber der gesellschaftliche Wertewandel an der Frage nach einer allfälligen Legalisierung von Cannabis: die Umfrageergebnisse zeigen, dass eine solche unterdessen mehrheitsfähig geworden ist. Zwei drittel der Befragten waren zum Zeitpunkt der Umfrage klar oder eher für eine Legalisierung. Die Eindämmung des Schwarzmarktes und ein besserer Konsumentenschutz waren die zwei Argumente für eine Legalisierung, die am meisten Anklang fanden. Auf der Gegenseite gründeten die Bedenken in einer befürchteten Verharmlosung der Droge und einer möglichen Schädlichkeit für das jugendliche Gehirn.

Falls eine Legalisierung zum Thema wird, ist auch in den Augen der einem solchen Schritt zugeneigten Befragten eine sinnvolle Regulierung und Prävention nötig. Insbesondere ein gut ausgebauter Jugendschutz ist für eine grosse Mehrheit unumgänglich. Auch umfassende Präventionsmassnahmen und eine Beschränkung des THC-Gehalts wird von mehr als der Hälfte unterstützt. Ganz generell tendierten die Teilnehmenden der Studie in der Regel für eine eher strikte Regulierung. Nur weil eine Legalisierung mehrheitsfähig geworden ist, heisst das noch nicht, dass der Konsum und der Handel von Cannabis zu einer Tätigkeit jenseits aller Gesetze würde.

Bei uns war die Freude gross, als wir von den Resultaten der Studie gehört haben. Hoffentlich finden diese frohen Neuigkeiten den Weg in den Politik. Denn auch wenn sich in letzter Zeit im Bundeshaus einiges in Bewegung gesetzt hat, dürfte die angestrebte Neuregelung der Cannabis-Gesetzgebung durchaus noch ein wenig an Tempo zulegen.

Quelle:
Factsheet zur Bevölkerungsbefragung von Sotomo

Regulatorisches Chaos in der Cannabisindustrie

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Wer in der Schweiz in den Handel und die Produktion von Cannabisprodukten einsteigen will, muss sich zuerst einmal vertieft mit den geltenden gesetzlichen Grundlagen auseinandersetzen. Dies ist eine sehr aufwändige Übung, da einem eine grosse und unübersichtliche Sammlung von Gesetzen vorliegt, die in verschiedenen Fällen verschiedene Aspekte der wirtschaftlichen Tätigkeit beeinflussen und regulieren.

Wenn über die gesetzliche Regulierung gesprochen wird, denken die meisten Menschen in erster Linie an die 1%-THC-Regel. Das es daneben eine ganze Menge anderer Regulierungen gibt, welche die legale Cannabisindustrie beachten muss, geht dabei vergessen. So gelten gewisse Regeln für Tabakersatzprodukte, andere Regeln für Heilmittel und nochmals andere beziehen sich auf Kosmetika. Weiter können Cannabisprodukte auch als Landwirtschaftliche Produkte, Betäubungsmittel, Gebrauchsgegenstände, Lebensmittel oder Chemikalien eingestuft werden, wobei auch hier für jede Einstufung ein anderer Regelkatalog wirksam wird.

Diese fragmentierte Gesetzgebung wird insbesondere dann zum Problem, wenn unklar ist, welcher Kategorie ein Produkt zugerechnet werden sollte. So gelten beispielsweise CBD-Öle grundsätzlich als Chemikalien, welche für den legalen Verkauf mit einer ganzen Reihe von Warnhinweisen ausgestattet werden müssen. Dies wohlwissentlich, dass diese Öle in der Regel konsumiert werden. Alternativ könnten diese Öle auch als Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden – aber nur dann, wenn diese durch die EU als «Novel Food» zugelassen werden. Diese Zulassungsanträge sind jedoch seit langem hängig, und deren Bearbeitung wurde zwischenzeitlich auch sistiert. Erst mit dem Urteil des EuGH vom 19. November 2020, wonach CBD kein Suchstoff sei, wurden die eingereichten Anträge weiter bearbeitet. Da dieser Vorgang von der Antragstellung bis zur Zulassung in der Regel mindestens 15 Monate dauert, muss wohl noch länger auf diese Zulassung (oder nicht-Zulassung) gewartet werden.

Führt man sich diese Zustände vor Augen, liegt es aus unserer Sicht nahe, dass die Gesetzgebung angepasst werden muss. Eine solche Anpassung könnte dann auch gleich die aktuellen Entwicklungen im Bezug auf den gesellschaftlichen Status der Hanfpflanze, die medizinischen Erkenntnisse und die von anderen Staaten gemachten Erfahrungen berücksichtigen. Daher sind wir als Unternehmen aus der Cannabisindustrie sehr froh, dass sich im Moment einiges in Bewegung setzt. Neben dem vermehrten auftreten einer gesellschaftlichen Diskussion gibt es auch einige politische Vorstösse: die Parlamentarische Initiative von Heinz Siegenthaler, das «Postulat Minder«, die Pilotversuche mit Cannabis und die Änderungen im Cannabisarzneimittelgesetz.

Quellen:
– Aktuelle rechtliche Situation in der Schweiz: Lino Cereghetti an der Mitgliederversammlung der IG Hanf
– EU-Zulassung von CBD-Produkten als «Novel Food»: ernährungs-umschau.de

PI Siegenthaler für eine Neuregelung der Cannabispolitik

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Der Nationalrat Heinz Siegenthaler (Mitte) reichte vor einiger Zeit eine parlamentarische Initiative (PI) ein, die eine weitgreifende Neuregelung von Anbau, Produktion, Handel und Konsum von THC-haltigem Cannabis fordert. Mit dieser Forderung stützt sich die Initiative, welche von rund 40 Parlamentarier*innen mitunterzeichnet wurde, auf eine Empfehlung der eidgenössischen Kommission für Suchtfragen. Im April wurde die Initiative von der nationalrätlichen Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK-N) mit 13 zu 11 Stimmen angenommen. Dies lässt auf einen grossen Schritt in Richtung eines legalen und kohärent regulierten Cannabis-Marktes hoffen, welcher der schnell wachsenden Cannabis-Industrie neue Möglichkeiten eröffnnen würde.

Eine «Neuregelung» der Cannabispolitik in der Schweiz, was heisst das nun konkret? Die PI Siegenthaler hat folgende Ziele anvisiert:
– Das 4-Säulen-Modell der schweizerischen Drogenpolitik (Prävention, Therapie, Schadensminderung und Repression) wird berücksichtigt
– Produktion und Handel werden von staatlichen Organen kontrolliert, insbesonder im Bezug auf Jugend- und Konsument*innenschutz
– Der medizinische soll vom nicht-medizinischen Markt klar getgrennt werden
– Ein Aufheben der Prohibition soll zu einer Austrocknung des Schwarzmarktes führen
– Die Bewerbung und Besteuerung von Cannabisprodukten wird geregelt
– Der private Anbau für den persönlichen Gebrauch wird geregelt

Die PI Siegenthaler anerkennt die Tatsache, dass unsere aktuelle Verbotspolitik offensichtlich versagt hat. Trotz Prohibition gibt es in der Schweiz rund 300’000 Menschen, welche regelmässig Cannabis konsumieren. Sie tun dies einfach über den Schwarzmarkt, was zu grossen sozialen und gesundheitlichen Problemen führt. So werden beispielsweise die auf dem Schwarzmarkt verkauften Produkte oftmals mit künstlichen und giftigen Substanzen gestreckt, was zu schweren gesundheitlichen Schäden führen kann. Weiter sind neben den fehlenden qualitätskontrollen auch der Schutz und die Information der Konsument*innen praktisch inexistent. Dem gegenüber steht die Möglichkeit, in einem legalen und regulierten Vertrieb, wie er auch für Tabak- und Alkoholprodukte existiert, Steuereinnahmen zu generieren, mit welchen die Suchtprävention und den Jugendschutz vorangetrieben werden kann.

Wir sind froh, dass mit dieser parlamentarischen Initiative ein spannender Dialog angestossen wird. Aus unserer Sicht ist die aktuelle Lage mit ihrer juristischen und moralischen Inkonsequenz völlig unzeitgemäss. Eine Neuregelung bietet die Möglichkeit, die zahlreichen, diversen Nutzungsmöglichkeiten der Hanfplanze besser auszuschöpfen. Mit der PI Siegenthaler könnte im gleichen Zug auch gleich der heutige wissenschaftliche Stand zur Kenntnis genommen werden, welcher klar aufzeigt, dass der Konsum von Cannabis nicht schädlicher ist als Alkohol und Tabakwaren.

Als nächstes geht die PI Siegenthaler zur ständerätlichen Gesundheitskommission und dann zum Nationalrat, welcher sich noch vor dem Ständerat der Vorlage annimmt. Selbstverständlich halten wir euch auch in dieser Diskussion auf dem Laufenden.

Postulat Minder für mehr Rechtssicherheit

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Nach einem Treffen mit der IG Hanf reichte der Ständerat Thomas Minder (parteilos, SVP-Fraktion) im März ein Postulat ein, welches ein Bericht des Bundesrates forderte, in welchem dargelegt werden soll, wie verschiedene Aspekte der Hanfplanze wirtschaftlich genutzt werden können. Auf Grund dieser Erkenntisse soll dargelegt werden, wie diese im Rahmen einer zeitgemässen Regulierung genutzt werden können. Dabei sollen auch Erfahrungen aus anderen Staaten mit einbezogen werden. Dieser durchaus erfreuliche Denkanstoss erhielt nun im Mai vom Bundesrat eine Abfuhr.

Der Bundesrat empfiehlt das Postulat Minder zur Ablehnung, da die Gesetzgebung bereits im Wandel sei, so zum Beispiel im Bereich der Pilotprojekte zum legalen Verkauf von Cannabis und im Bereich der Cannabis-Arzneimittel. Dadurch sei der Aspekt der zeitgemässen Regulierung bereits genügend behandelt worden und auch die Auswertung der Erfahrungen anderer Staaten sei in diesem Rahmen bereits erfolgt. Weiter seien die wirtschaftlichen Möglichkeiten durch die 1-%-Regel bereits relativ gross, solange es sich nicht um Betäubungsmittel handle. Mit dem Verweis auf die 1-%-Regel versteckt sich der Bundesrat hinter einer Reihe von Spezialgesetzen, welche aus Sicht eines CBD-Unternehmens alles andere als befriedigend sind, da die Bedürfnisse der Kund*innen nur schlecht abgedeckt werden können. Beispielsweise müssen CBD-Öle als Chemikalien inklusive aller damit verknüpften Warnhinweise verkauft werden. Dies geschieht aber im Wissen, dass diese Öle in aller Regel eingenommen werden.

Aus unserer Perspektive sind die aktuellen Spezialgesetzgebung also völlig ungenügend. Daher hoffen wir darauf, dass der Ständerat das Postulat von Ständerat Minder annimmt, und so den gesellschaftlichen Diskurs zum Thema weiter anregt. Gerade die von Herrn Minder angesprochene ökonomische Perspektive eines regulierten Cannabis-Marktes bietet viel Potenzial, wie Erfahrungen aus den USA und Kanada aufzeigen.

Update: Am 17. Juni wurde das Postulat Minder im Ständerat trotz der ablehnenden Haltung des Bundesrates mit einer deutlichen Mehrheit (30:6) angenommen. Wir sind gespannt, was in der Sache weiter passiert und halten euch auf dem laufenden.

Links:
Blogpost der IG Hanf
Postulat Minder zur «Rechtssicherheit bei Produktion, Handel und Gebrauch von Hanf/Cannabis-Produkten»

Gesetzesänderung im Bezug auf Cannabis-Arzneimittel

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Nachdem der Ständerat Anfangs März eine Vorlage zur Änderung des Betäubungsmittelgesetzes (BetmG) in Bezug auf Cannabis-Arzneimittel einstimmig angenommen hat, gelangte die Vorlage relativ unbestritten durch den Nationalrat. Diese Gesetzesänderung soll den Zugang zu Cannabis-Arzneimitteln endlich erleichtern.

Bisher mussten Ärzt:innen eine Sonderbewilligung beim BAG einholen, um ihren Patient:innen medizinische Cannabisprodukte zu verschreiben. Dieser bürokratische Zwischenschritt war sowohl für die Arztpraxen als auch fürs BAG unverhältnissmässig aufwendig, hatte das BAG doch allein im Jahr 2019 beinahe 3000 «Ausnahme»-Gesuche zu bearbeiten. Da viele Ärzt:innen diesen Aufwand verständlicherweise scheuen, hat die bisherige Regelung einen verzögernden oder sogar verunmöglichenden Einfluss auf den Zugang zu nützlichen Cannabis-Arzneimitteln.

Mit der Revision soll dieser Zugang nun stark erleichtert werden. Cannabis-Arzneimittel dürfen nun ohne Ausnahmebewilligung verschrieben werden, was die Therapiefreiheit endlich gewährleistet. Medizinische Cannabisprodukte unterstehen nun der Kontrolle von Swissmedic, wie es für Medizinalprodukte normalerweise der Fall ist.

Für nicht-medizinischen Cannabis hat sich mit der Annahme dieser Vorlage nichts geändert. Neben dem symbolischen Wert, der von jedem dringend notwendigen Schritt hin zu einer kohärenteren Gesetzgebung ausgeht, bietet die Regelung aber trotzdem neue Möglichkeiten für ein Unternehmen das Hanfprodukte produziert und vertreibt: der kommerzielle Export von medizinischen Cannabisprodukten soll nun erlaubt werden, und parallel soll auch das Saat- und Pflangut-Recht angepasst werden, um den Anbau von Medizinal-Hanf in grösserem Stil überhaupt erst zu ermöglichen.

Als Unternehmen aus der Cannabis-Branche (und Mitglied der IG-Hanf) freuen wir uns, dass sich die rechtliche und politische Situation nun auch in der Schweiz positiv entwickelt, hat sich doch die EU in den letzten Monaten mit teilweise ungewohnt grossen Schritten vorwärts bewegt.

Links:
Blogpost IG Hanf
Bundesamt für Gesundheit

EU lässt Full-Spectrum CBD für Kosmetika zu

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In der Europäischen Union ist seit Anfang März 2021 auch natürliches Full-Spectrum CBD als kosmetischer Inhaltsstoff zugelassen. War bisher ausdrücklich nur synthetisches CBD zulässig, wurde die Formulierung im Rahmen einer Überarbeitung der «CosIng» auch auf pflanzliche Produkte ausgeweitet. Die CosIng ist eine Datenbank der EU, welche kosmetische Vorschriften für diverse legale und illegale Stoffe enthält, und deren jeweilige Funktion festlegt. Diese Änderung ist ganz klar ein weiterer Schritt in Richtung einer grösseren Akzeptanz der Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten von natürlichen CBD-Produkten.

Auch wenn diese CosIng-Datenbank rechtlich nicht verbindlich ist, beeinflusst sie die einzelnen EU-Staaten in ihren konkreten Gesetzgebungen. Solche einheitliche Regulierungen des Cannabis-Marktes sind dringend notwendig, da die heutigen Unterschiede zwischen den verschiedenen Umgängen in verschiedenen Staaten einen freien Handel mit CBD-Produkten nahezu verunmöglichen.

Insgesamt fallen die konkreten Auswirkungen dieser Anpassung wohl nicht sehr stark aus. Die jüngste Überarbeitung der Richtlinien ist jedoch insofern von grosser Bedeutung, als dass sie dem kürzlich erfolgten Urteil des Europäischen Gerichthofes folge trägt, wonach CBD kein Betäubungsmittel sei. Es bleibt zu hoffen, dass dies nur ein erster Schritt in Richtung eines kohärent regulierten Marktes darstellt.

Links:
Newsletter Pure Production
Blog Post IG Hanf